BARF steht für „Biologisch Artgerechte Rohfütterung“ und verspricht eine naturnahe Ernährung des Hundes. Fleisch, Knochen, Innereien und püriertes Gemüse bilden die Basis. Befürworter schätzen die Transparenz der Zutaten und die individuelle Anpassbarkeit. Kritiker warnen vor Gesundheitsrisiken – beide Seiten haben gute Argumente.
Der größte Vorteil von BARF liegt in der vollen Kontrolle über die Zutaten. Unverträglichkeiten lassen sich gezielt umgehen, die Akzeptanz ist bei vielen Hunden hoch. Gleichzeitig ist BARF aber auch die anspruchsvollste Fütterungsform.
Ein zentrales Thema ist die Hygiene. Rohes Fleisch kann krankmachende Keime enthalten, die nicht nur für Hunde, sondern auch für Menschen problematisch sind. Strikte Küchenhygiene, getrennte Arbeitsflächen und saubere Lagerung sind Pflicht – insbesondere in Haushalten mit Kindern oder immungeschwächten Personen.
Noch häufiger als hygienische Probleme sind jedoch Nährstofffehler. Viele BARF-Rationen enthalten zu wenig Calcium, Jod oder Vitamin D, während andere Nährstoffe überdosiert werden. Besonders Welpen sind hier extrem empfindlich: Fehler in der Calcium-Phosphor-Versorgung können zu dauerhaften Skelettschäden führen.
BARF „nach Gefühl“ oder anhand von Internetlisten ist daher nicht empfehlenswert. Eine professionelle Rationsberechnung ist entscheidend, ebenso regelmäßige Gewichtskontrollen und gegebenenfalls Blutuntersuchungen.
Fazit: BARF kann funktionieren – aber nur mit Fachwissen, Planung und Hygienedisziplin. Wer das nicht leisten kann oder will, fährt mit hochwertigem Fertigfutter oft sicherer.